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Sammlung rhetorischer Stilmittel
 stilmittel.gereimt.de

Die Sammlung wurde
begründet von Eckart Alt (Gymnasiallehrer für Deutsch und Französisch)
und dann von Jochen Weller erweitert, HTML-formatiert sowie gepflegt.

Mein besonderer Dank gilt Otto Stolz und Birgid Weller für deren geistreiche Beiträge, Anregungen und laufenden Ergänzungen.

Die Sammlung und ihre Teile sind urheberrechtlich geschützt.

 


 Diärese
{gr. diairesis „(Ver-)Teilung“}
Beispiel:
 
1. „In nova fert animus mutatas ¤ dicere formas“ (Publius Ovidius Naso „Ovid“, „Metamorphosen“, 1/1)
2. „[…] denn ich kennete weder Gott noch Menschen, weder Himmel noch Höll, weder Engel noch Teufel, und wußte weder Gutes noch Böses zu unterscheiden […]“ [kannte also keine theologische Differenzierung] (Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, „Simplicissimus“, 1. Buch, 1. Kapitel); „Der Lebensunterhalt ist so, dass du ihn weder lösen, noch aber binden kannst; weder Bildung noch Kunst können dir ihn verschaffen.“ [man hat also keinerlei Einfluss] (Gustav Weil, „Tausend und eine Nacht“, „Geschichte des Fischers mit dem Geiste“)
3. „Nun sag ich so: entweder ist der grüne Zwerg ein Zahnstocher, oder er ist keiner; ist er keiner, so hat die Fee – ihr wißt schon was; ist er aber einer, zum Henker, seit wenn seh ich dann einem Zahnstocher gleich? das ist ein Schluß, hoffe ich, woran nichts auszusetzen ist; ich möchte wohl sehen, was Euer Gnaden darauf antworten könnte.“ (Christoph Martin Wieland, „Der Sieg der Natur über die Schwärmerey oder die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva“, 3. Buch, 3. Kapitel)
Erklärung:
 
1. Ein gegenüber der  Zäsur spezielleres Mittel des Versmaßes; in der antiken Metrik bedeutend ist die hier zitierte „bukolische Diärese“ nach dem vierten Metrum des Hexameters (siehe ¤).
2. Eine Gesamtheit wird durch sich ergänzende (oft gegensätzliche) (Unter-)Begriffe ausgedrückt.  Pars pro toto
3. Zwei oder mehr Teile einer Aussage werden von gegenläufigen Seiten beleuchtet und unter eine Schlussfolgerung gestellt.


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Bedeutung der oben verwendeten Zeichen:

 Redefigur     Name des rhetorischen Stilmittels
{gr. emphasis „Verdeutlichung“}   zugehörige Etymologie (Wortherkunft)
Wie jedes deiner Worte
wird dein Wesen Sinfonie
  beispielhaftes Zitat
(Th. Mann, „Zauberberg“)   Quellenangabe nach Autor und Werk
()   unbekannte Quelle
[statt: „Ich wünsche dir einen guten Tag“]   Erläuterung oder Ergänzung des Vorstehenden
[...] und ...   Auslassungszeichen
 Stilmittel   Querverweis (HTML-Link) zu einer anderen Redefigur
Heute werb’ ich/ morgen sterb’ ich.//   / und // kennzeichnen Vers- und Strophenende

 

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